Internationale Wochen gegen Rassismus wurden in Brandenburg eröffnet – Schneider wirbt für das Motto „100 % Menschenwürde“

Ministerin und Chefin der Staatskanzlei Kathrin Schneider eröffnet die Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Brandenburg eröffnete am 16.03.2026 erstmals die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR). Die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, warb für eine rege Teilnahme an den bundesweit mehr als 5.000 Veranstaltungen. Bei einer Pressekonferenz in der Potsdamer Staatskanzlei unterstrich sie: „Setzen wir gemeinsam Zeichen, engagieren wir uns – frei nach dem Motto der diesjährigen Aktionswochen – für 100 Prozent Menschenwürde, gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Nur ein weltoffenes und tolerantes Land, das Rassismus und Rechtsextremismus bekämpft, hat eine gute Zukunft. Davon bin ich zutiefst überzeugt.“


Die Auftaktveranstaltung für die IWgR – unter anderem mit einer Filmvorführung und einem Meinungsaustausch – fand am frühen Abend an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf statt. Die IWgR gehen auf den Internationalen Tag gegen Rassismus zurück und werden seit 2008 als Aktionswochen veranstaltet. Bis Ende März bringen sich zahlreiche Initiativen, Einrichtungen, Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure mit vielfältigen Formaten ein.

Koordiniert werden die IWgR durch die Stiftung gegen Rassismus. Vorstand Dr. Jürgen Micksch betonte anlässlich des Auftakts: „Wir freuen uns über das seit Jahren zunehmende Engagement in ganz Deutschland. Menschen aus allen Lebensbereichen machen mit und setzen Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Das ist dringend erforderlich, denn das sind Wurzeln für den zunehmenden Rechtsextremismus.“

Botschafter der diesjährigen IWgR ist der Rechtsextremismusforscher Prof. Dr. Matthias Quent. Er sagte: „Rassismus reicht weit über den Rechtsextremismus hinaus. Menschenwürde steht über all dort auf dem Spiel, wo Abwertung, Ausgrenzung und Ungleichbehandlung stattfinden. Die Forschung zeigt, wie Rassismus Routinen prägt, Institutionen durchzieht, öffentliche Debatten strukturiert und in historischen Kontinuitäten fortlebt.“

In Brandenburg wird das Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus mit verschiedenen Programmen und Strukturen unterstützt. Bereits seit 1998 verfolgt die Landesregierung mit dem Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“ eine konsequente Strategie zur Stärkung von Demokratie und Bekämpfung von Extremismus. Mit dem „Bündnis für Brandenburg“ wurde 2015 ein deutliches Signal für Weltoffenheit und Solidarität gesetzt. Seit 2022 ergänzt ein eigenes Handlungskonzept der Landesregierung gegen Rassismus diese Arbeit. Auch rechtlich hat Brandenburg Maßstäbe gesetzt: 2013 wurde auf Initiative aller demokratischen Landtagsfraktio-nen erstmals in einem Bundesland eine Antirassismusklausel in die Landesverfassung aufge-nommen. 2022 wurde diese um den Schutz vor Antisemitismus und Antiziganismus erweitert.

Schneider: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir in Brandenburg eine breit aufgestellte Zivilgesellschaft haben, die sich klar gegen Rassismus und Rechtsextremismus positioniert. Es gibt überall im Land Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich engagieren und klar sagen: Wir wollen hier keinen Rassismus. Wir machen uns für den gesellschaftlichen Zusammenhalt stark. Mein Dank geht an alle, die sich jeden Tag in allen Teilen unseres Landes für dieses Ziel stark machen und dafür einstehen.“
Während der IWgR finden in Brandenburg zahlreiche Veranstaltungen statt. Für Projekte im Rahmen der Aktionswochen stellt das Land in diesem Jahr 50.000 Euro bereit.


Anschrift:

Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“
in der
Staatskanzlei des Landes Brandenburg
Heinrich-Mann-Allee 107
14473 Potsdam