Potsdamer Gesamtschule wird 39. „Schule OHNE Rassismus“

02.07.2009

Bildungsminister Rupprecht würdigt Engagement von Schülern und Lehrern

Der Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Gesamtschule wurde heute in Potsdam als 39. Schule im Land Brandenburg der Titel „Schule OHNE Rassismus - Schule MIT Courage" verliehen. An der Schule werden rund 550 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat Ministerpräsident Matthias Platzeck übernommen.

In seiner Vertretung begrüßte Bildungsminister Holger Rupprecht das Engagement des Gymnasiums gegen Diskriminierung und für Toleranz. „Wenn Schüler und Lehrer gemeinsam die Verpflichtung eingehen, sich langfristig mit Aktionen und Projekten für eine gewaltfreie und demokratische Gesellschaft  einzusetzen und Rechtsextremisten an ihrer Bildungseinrichtung keinen Raum zu lassen, ist das ein sehr ermutigendes Zeichen", so Minister Rupprecht. „In einer ‘Schule mit Courage' können die Schülerinnen und Schüler zeigen, dass Schule für sie ein Lebensraum ist, den sie aktiv mitgestalten." Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatten Schülerinnen und Schüler der Steuben-Gesamtschule im Rahmen von Projekttagen ein „Toleranzedikt" für ihre Schule erarbeitet.

Die Idee von einer „Schule OHNE Rassismus - Schule MIT Courage" wurde anlässlich des Erstarkens rechtsradikaler Parteien 1988 von Schülerinnen und Schülern sowie Jugendarbeitern in Belgien entwickelt und ist mittlerweile in mehreren europäischen Ländern verbreitet. Allein in Deutschland haben inzwischen mehr als 500 Schulen diesen Titel erworben und werden dabei bundesweit vom Verein „Aktion Courage" unterstützt. Im Land Brandenburg koordinieren die Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule (RAA Brandenburg) das Projekt  „Schulen OHNE Rassismus - Schulen MIT Courage". Die formalen Voraussetzungen zur Teilnahme an dem Projekt sind:

  • Mindestens 70 Prozent aller Angehörigen einer Schule (Schüler, Lehrer, Sozialpädagogen, Sekretärinnen, Hausmeister etc.) bekennen sich mit ihrer Unterschrift zu dem Projekt.
  • „Schulen OHNE Rassismus" müssen einen Paten oder eine Patin gewinnen, der oder die das Projekt begleitet und unterstützt.

„Schulen ohne Rassismus" sind ein wichtiger Bestandteil des Handlungskonzepts „Tolerantes Brandenburg" der Landesregierung. Das Handlungskonzept der Landesregierung gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit wurde 1998 beschlossen. Es zielt darauf ab, Toleranz und Demokratiefähigkeit durch die schwerpunktorientierte Arbeit in Verwaltungen, Institutionen, Bildungseinrichtungen, in der Wirtschaft sowie in Vereinen, Verbänden und Körperschaften zu erreichen. Die Landesregierung kooperiert hierzu mit zahlreichen gesellschaftlichen Partnern. Das Handlungskonzept wurde 2005 unter dem Titel „Tolerantes Brandenburg - für eine starke und lebendige Demokratie" aktualisiert und fortgeschrieben. Es steht für ein Leitbild der Landesregierung, um die Zivilgesellschaft im Land Brandenburg zu stärken und weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter:

www.raa-brandenburg.de/

www.schule-ohne-rassismus.org/

www.steuben-gesamtschule.de/  

 

 

 

 


Anschrift:

Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“
in der
Staatskanzlei des Landes Brandenburg
Heinrich-Mann-Allee 107
14473 Potsdam